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Alberto Marvelli wurde am 21. März 1918 in Ferrara geboren. Seit 1930 lebte er in Rimini, wo er eine große Rolle für die Lebensheiligkeit, das politische und soziale Leben spielte. Er starb am 5. Oktober 1946 in Rimini.

Am 22. März 1986 wurde er zum Allerheiligsten ernannt

Die Überlegung auf die Frömmigkeit, daß das zweite ökumenische Vatikanische Konzil erneuert hat, die Untersuchung einer für den heutigen Mensch Spiritualität – eines Lebens unserer Zeit in der Heiligen Geist verbracht- können im Laienleben wie Alberto Marvelli eine bedeutsame Richtung um die Kennzeichen der Laienspiritualität hervorzuragen. Die Frömmigkeit der Inkarnation, der Mitteilung, der Einsicht, der Beweisung einer echten Liebe, die die Geschichte erneuern will und die Gott uns verschenkt hat und den Kopf und das Hertz erneuern will.

Ein völlig vollendetes Leben

Er setzte sich mit seiner ganzen Kraft für arme Leute ein. Alberto Marvelli starb bei einem Straßenunfall als er 28 Jahre war. Der 8. Oktober 1946 war mehr ein Triumph denn ein Begräbnis: Da gab es den sozialistischen Bürgermeister mit den Gemeinderäten, ein endloser Trauerzug, der ungefähr drei Kilometer lang war, die Glocken läuteten, die Geschäfte schlossen die Türen zu.

Eine Gruppe von kommunistischen Militanten hatten einen Satz geschrieben: Die Kommunisten von B. verneigen sie sich ehrfürchtig und grüßen den Sohn, den Bruder, der so viel Gutes auf dieser Erde gestreut hat.

Die ganze Stadt von Rimini nimmt teil, die nicht den unermüdlichen, effizienten „Ingenieur“ Ihres Wiederaufbaus vergisst, aber über alles dominiert die Ergriffenheit und die Dankbarkeit der armen Leute für diesen „Barmherzigkeitshilfsarbeiter“, dessen Wunsch es war, den Armen mit seiner ganzen Kraft zu dienen.

„Sein Herz schlug im Einklang mit den Armen“, sagte eine von ihm betreute Frau.

Alberto Marvelli hatte die unbändige Hingabe, armen Leuten zu dienen im Blut, er hat sie von seiner Mutter geerbt.

Frau Marvelli, wurde Witwe, als die jüngste Tochter nur wenige Monate alt war. Die sechs Kinder wuchsen zwar in einfachen Verhältnissen auf, aber alle sechs hatten das Abitur oder ein Universitätsdiplom erreicht. Das Haus war immer offen für arme Leute. Die Mutter erzieht die Kinder im Sinne, dass es notwendig ist, zu verzichten um geben zu können.

Was könnte die Mutter zu Ihrem Alberto sagen, wenn sie sieht, wie er später während der tragischen Kriegs- und Hungertage alles weg gibt, was er kann?

Was soll man ihm sagen, wenn er oft ohne Schuhe nach Hause zurückkommt und stattdessen zwei Seilerhausschuhe oder Holzschuhe trägt? Und einen Bund Gladiolen in der Hand hält…um Sie dennoch zum Lächeln zu bringen.

Ihm fehlte sicher nicht den Mut

Sergeant Alberto Marvelli wurde von dem dramatischen und hektischen 8. September 1943 mit der Badoglioerklärung in der Kaserne in der Nähe von Treviso überrascht, die praktisch die italienische Armee der Vergeltung der Nazis überließ. Er berät seine Soldaten und wartet bis alle weggegangen sind, um sich dann selbst auf den Weg zu machen: mit gefälschten Zeugnissen, als Eisenbahnarbeiter verkleidet passiert er mit einer ihm unbekannten Frau eine Absperrung und erreicht so auf abenteuerliche Weise Rimini.

Hier hat er seinen eigenen Plan: Er schließt jegliche Zusammenarbeit mit der faschistischen Republik von Salò aus, entscheidet, keine Waffen von den Partisanen zu nehmen und bleibt einfach nur unten seinen Leuten, um ihnen mit ganzer Kraft zu helfen.

Aber was war mit den Deutschen? Wie konnte man die Deportation verhindern?

Sein Projekt war mit den Deutschen seine Karte zu spielen: Er konnte deutsch, die Mutter hatte einen deutschen Familiennamen, da Sie ursprünglich aus Bayern stammte; und vor allem war er qualifiziert als Ingenieur und konnte der berühmte Organisation „Todt“ nützen, die die militärischen Verteidigungswerke aufbaut. Es braucht lange Erklärungen mit der Mutter, die am Anfang überhaupt nicht einverstanden ist, aber am Ende überzeugt ist. Die „Todt“ stellte ihm einen speziellen Passierschein aus, den er bald für seine besondere Barmherzigkeit nutzten sollte.

Desertierter Kollaborateur? Ganz im Gegenteil. Seine mutige Barmherzigkeitsstrategie war in der, sozusagen, Feindlinie ohne Waffen anzugreifen.

Er besorgt Dokumente und gibt persönliche Erklärungen für junge Leute ab, die in Gefahr waren. Er warnt rechtzeitig vor Säuberungen und Razzien.

Er versteckt in seinem Haus wochenlang zwei Wehrdienstverweigerer mit dem Risiko einer Erschießung. Beide werden während der Untersuchungen nie gefunden, da sie sich sofort in einem Loch in der Mauer verstecken. Davor steht das Bett seiner Mutter, die sich krank stellt.

Alberto gibt die deutschen Pläne für die Küsteverteidigung dem Partisanen Bruder Alberto.

Am Ende wird er entdeckt und wird mit anderen sechzehn jungen Leute festgenommen. Er bereitet eine einfallsreiche Flucht vor: Er stiehlt einen Stempel der „Todt“ im Büro und gibt ihn einem Freund von ihm, als der ihn das letzte Mal umarmt. So werden falsche Dokumente für die Befreiung der Gefangenen vorbereitet.

Im Bahnhof, als die Gefangenen fast im Zug sind, um sie nach Deutschland zu deportieren, Marvelli übergibt die Dokumente für die Freilassung.

Die Verhandlungen mit den Deutschen wurden plötzlich von einem willkommenen Luftalarm unterbrochen, weshalb Marvelli und die Anderen fliehen können.

Antreiber zum Überleben

Während der letzten beiden Kriegsjahre opfert sich der junge Ingenieur Marvelli ohne Atempause und waghalsig auf, um allen Vertriebenen in vielfacher Weise zu helfen. Es handelt sich letztlich um alle Einwohner von Rimini, denn es blieb nicht viel übrig von einer Stadt, die in weniger als einem Jahr (zwischen 1943 und 1944) ungefähr 400 Luftangriffe mit über 600 Toten ertragen musste.

Die Leute von Rimini und Umgebung haben sich wie ein großer Schwarm am Titanoberg der Republik von San Marino gesammelt. Bis 120.000 Leute drängten sich in unvorstellbarer Weise hinter dem Tunnel des kleinen hellblauen Zugs und lebten in allen Ecken der kleinen Republik, die ebenfalls einen großen Luftangriff ertragen musste.

Inzwischen läuft Ingenieur Marvelli unermüdlich unter Fliegeralarmen, Bombenanschlägen und Maschinengewehrbeschuss herum, wie er selbst scherzhaft in einem Brief schrieb.

Auch die Leute scherzen, aber eigentlich nicht so viel, über seine Unverletzlichkeit, die eine Legende wird: „Die Leute sagen, dass ich das Hemd der Gottesmutter trage…“.

Aber wer versucht, ihn von den vielen Gefahren fernzuhalten, dem antwortet er seriös: „Wenn es notwendig ist, muss man alles riskieren“.

Und es war für alle Leute in diesem hoffnungslosen Zustand eine Notwendigkeit und sogar eine Pflicht, etwas zu riskieren. Er stellt auf einem Eselskarren oder auf seinem Fahrrad (bis er auch es verschenkt) Lebensmittel, Matratzen, Bettdecken, Geschirr und alles, was er auftreiben kann.

Es handelt sich nur ums Überleben, man wartet auf das Ende der Verteidigungsgewehrbeschusse der Deutschen, die gerade Aufstellung unter den Bergspalten nehmen, und dass die Alliierten sich entscheiden vorzustoßen. Am Ende wird letztlich nur er, Alberto Marvelli, mit der weißen Flagge zu den Engländern gehen, die noch vorsichtig warteten, um sicher zu sein, dass die Deutschen sich zurückziehen.

Der effiziente Ingenieur des Wiederaufbaus

Am 23. September 1944 tritt der erste Gemeinderat von CLN (Nationales Befreiungskomitee) in Rimini an, das befreit war. In dem Kreis wurde Ingenieur Alberto Marvelli ein Jahr nach Kriegsende zum Chef der Baukommission ernannt. In dieser Position, gerade 26 Jahre alt, in einer Stadt, die zerstört war! So waren in Rimini 82,5% der Bauten zerstört, nur Cassino war in der Liste der italienischen Städte noch mehr zerstört. Jemand hat auch gesagt, dass es vielleicht besser wäre, den Wiederaufbau der Stadt nicht fortzusetzen.

Neben den Werken der Barmherzigkeit, um den hungrigen Leuten zu helfen, musste man auch eine große technische Kompetenz, riesigen Mut und auch den Überblick für das unmittelbar Notwendigste haben.

Der unermüdliche Hilfsarbeiter der Barmherzigkeit wird gleich effizienter Wiederaufbauingenieur: Kompetenz, Konkretheil, Entscheidungsschnelligkeit, volle Transparenz. Die Ergebnisse sind unglaublich: Mit 108.458 zerstörten Räumen (wie es in 1944 war), konnten nach etwa drei Monaten 41.696 Einwohner von Rimini schon in über 20.000 wieder aufgebauten Räumen, zwei Leute pro Zimmer, untergebracht werden.

Aufreibender Arbeitsrhythmus

Marvelli hilft sicher sein sehr starker, fast athletischer Körper. Aber man muss sich fragen (und wir werden es tun), wie, das heißt welcher innere Lebensrhythmus diesem musterhaften Christen innewohnte, um nicht psychologisch und physisch zu unterliegen. Der phantastische Baustadtrat, in den Ruinen einer Stadt, die nicht mehr existiert, geht weiter mit seinen persönlichen Methoden: Er vergisst die regulären Arbeitszeiten, empfängt alle im Rathaus oder zu Hause (wo es mit der Mutterhilfe keinen Frieden mehr gibt, wie ein Bruder sich scherzhaft beschwert).

Er hört allen sehr aufmerksam zu. Er bevorzugt methodisch die armen Leute und er lässt nicht zu, dass die unvorbereiteten Menschen mit dem Schadenersatz, mit der Bürokratie, mit technischen Daten und Projekten allein gelassen werden. Deswegen steht er nachts auf, um diese Projekte und Skizzen zu erledigen, wenn ein Vorgang nicht warten kann.

Und zusammen mit der geduldigen und aufmerksamen Feinheit, zeigt er eine starke Bestimmtheit in Bezug auf Ungerechtigkeiten.

Während der Nachkriegszeit sind die Auseinandersetzungen stark, die Atmosphäre ist von heftiger Abrechnung charakterisiert.

Vor allem nachts in der Stadtperipherie trägt Ingenieur Marvelli in den Taschen gleichzeitig mit dem Rosenkranz eine Waffe: Die anderen müssen wissen, dass er keine Revanche und Vergeltungen erträgt.

Und vor allem akzeptiert er keinen Übergriff auf Unglückliche, unabhängig von der politischen Einstellung.

Wenn er geschlagen wird und mit geschwollenen Augen nach Hause kommt oder mit gebrochener Brille nach einer gewalttätigen Rauferei zurückkommt, hält er den Mund und zeigt niemanden an, auch wenn die Mutter das Gegenteil verlangt.

Die letzte Richtungsentscheidung

Ein Charakterzug der Persönlichkeit von Marvelli, der hier isoliert und vorsichtig betrachtet werden muss, ist dass er ein nachdenklicher Mann ist, der nie impulsiv reagiert.

Dieser Junge, „ganz Herz“, zeigt Fleiß und die Fähigkeit das pro und contra der Entscheidungen, die zu treffen sind.

Dies ist auch der Fall bei seinen politischen Entscheidungen, die er während der letzten Zeit seines kurzen Lebens trifft. Im 1945 Jahr oder vielleicht schon etwas früher bietet ihm Benigno Zaccagnini heimlich an, in der Democrazia Cristiana mitzuarbeiten. Marvelli braucht Zeit, um gut nachzudenken und dann nimmt teil an.

Heute scheint es uns eine überlegte Entscheidung: Der effizienter Stadtrat verstand sehr gut, dass man nicht nur an Zement und Ziegel denken durfte, sondern man muss „die Stadt der Menschen“ aufbauen.

Die soziale Lehre der Kirche hatte er schon längst aufgenommen, vor allem in Bologna während der mitreißenden Jahre in der Organisation „Fuci“, deren Mitglied er seit 1937 war. Eine der regionalen Direktoren war Benigno Zaccagnini. Nationaler Assistent war damals Monsignore G.B. Montini, der mit Igino Righetti, Präsident der Fuci, verbunden war, den Marvelli in Florenz kennenlernen konnte.

Rund um die außerordentliche Persönlichkeit von Righetti, Pionier eines echten christlichen Sozialdenkens, sammelten sich in den Goldzeiten der Fuci junge Leute mit besonderen moralischen und geistigen Eigenschaften: Moro, Dossetti, La Pira, Bachelet, Gonella…

Alberto Marvelli atmet diese geistige Stimmung tief ein. Er schreibt: „Man muss das nationale und internationale Recht auf christliche Basis gründen.“

Er verstand schon in den dreißiger Jahren, dass von dieser Bewegung eine Macht ausgehen musste, die fähig war das Leben des Landes zu verändern.

Er konnte nicht die große Katastrophe voraussehen, die das Land zu einer Ruine machte. Aber er fühlte die Macht dieser Bewegung, er lebte davon. Nach zehn Jahren werden es die Leute sein, die aus dieser Schule von sozialer und politischer Leidenschaft geprägt sind, die das italienische Grundgesetz prägen. Als er sich für die aktive Politik entscheidet, wurde er vor allem von der katholischen Bewegung „Azione cattolica“ für diese Entscheidung kritisiert. Einige verstehen nicht und sind nicht einverstanden, dass er sich öffentlich in der Politik einsetzt. Er wurde eingeladen zu öffentlichen Erklärungen, wo er erklärte: „Dies ist nun mein Apostolat.“

Er wurde Mitglied des Provinzausschuss der Christlichen Demokratischen Union. Im politischen Kampf stürzt er sich in die Verwaltungswahl von 1946. Die Auseinandersetzungen auf den Plätzen sind sehr stark: Pfeifen, Schreie, Schlägereien, beschädigte Lautsprecher…

Ingenieur Marvelli führt den Wahlkampf dennoch offen, kämpferisch und ohne Groll fort.

Immer heiter: Nachdem sein Podium umgeschmissen wurde, stellt er es einfach wieder auf. Er sucht das offene Streitgespräch, das immer systematisch abgelehnt wurde: Um Probleme zu vermeiden, nehmen ihn die Polizisten aus der Menge.

Inzwischen gibt es schon einige in der kommunistischen Partei, die denken (und einige sagen es auch) dass: „Selbst wenn die Partei verlieren müsste, wäre Marvelli als Bürgermeister auf jeden Fall gut.“

Am 5. Oktober 1946 ißt er abends schnell, denn er musste noch zur letzten Wahlversammlung des Tages. Um 20.30 wird er auf dem Fahrrad, knapp 200 Meter von seinem Haus, von einem Militär-LKW der Alliierten während eines waghalsigen Überholvorgangs angefahren und stirbt zwei Stunden danach in den Armen seiner Mutter.

Ein abgebrochenes Leben?

Man sagt dies so wenn jemand in so einer Art stirbt und noch so jung und voller Kraft ist. Aber kann man es so auch für das christliche Verhalten von Alberto Marvelli sagen?

Das heißt kann man über ein christliches, knapp gewachsenes, unvollendetes, zerrissenes Zeugnis sprechen?

Diese kurzen 28 Jahre, die mit dramatischer Präzision in der tragischsten Periode unseres Italiens in diesem Jahrhundert eingesteckt wurden, hinterlässt in unserer Seele einen starken Vollkommenheitseindruck.

Die unbeugsame Leidenschaft zugunsten seines Herrn Jesus und die unerschöpfliche Hingabe zu den Kleinen des Evangelium so auch das starken Mitarbeiten in der „Azione Cattolica“, die Familienliebe, die so stark und sich nicht nur auf seiner Familie beschränkte, der seriöse und nicht einfache Weg zur Hochzeit, ohne nie aus den Augen verlieren, auch nie für eine Sekunde, dass man erst den Gotteswillen verstehen und auch befolgen soll, seine Heimatliebe, die überhaupt nichts mit der faschistischen Rhetorik zu tun hatte und letztlich die klare Wahl für eine „politische Nächstenliebe“ …….. : Das ist wirklich kein abgebrochenes Leben.

Er erscheint heute vielmehr als eine in voller Blüte stehende Blume, die allen ihre Farbe und ihren Duft angeboten hat.

Warum Gott?

Alberto Marvelli wurde von dem Lkw gegen eine Mauer geschleudert, dadurch stark am Kopf verwundet in die nahe liegende Klinik geführt. Die Mutter kommt gleich. So viel Trauer im Leben dieser braven christlichen Mutter, deren Herz immer für die Schmerzen der anderen offen war: Der unerwartete und vorzeitige Tod Ihres Mannes, eines Sohns im Kindesalter, der unter Ihren Augen auch von einem schnellen Auto getötet wurde. Sie hat von Sohn Lello, Kriegsopfer in Russland im Donkampf, nur die Erkennungsmarke, die Armbanduhr und eine Medaille zurückbekommen. Und während des Todes dieses Sohns in Russland, kämpft Carlo, ein anderer Sohn, in Afrika und wird dort gefangen genommen.

Mutter Maria: Eine echte „Mater dolorosa“, jetzt voll in einem tränenlosen Schmerz, als ihr liebster und braver Sohn sein Leben in ihren Armen beendet, der Sohn von dem sie sagen konnte: Ich erinnere mich nicht, dass ich ihm jemals Vorwürfe machen musste. Sie war zwei Stunden in Angst, in denen Alberto das Bewusstsein nicht wiedererlangt. Nach dem letzten Atemzug nur eine Frage, nur geflüstert: Warum Gott?

Das ist die Frage, die auch wir stellen: Warum Gott? Es ist wahr, und wir haben es auch gesagt, diese so kurze Periode seiner starken Existenz, ganz freiwilliges Selbstgeschenk, geben uns keinen Eindruck eines Projekts, zerstört schon in der Vorlage, es scheint eher als ein schneller und präziser Flug, in sich selbst vollendet.

Aber, nach 50 Jahren, würden wir gerne besser verstehen „das von der Vorsehung bestimmte Warum“ dieses Jugendblitzes in der stürmischen Zeit unseres Jahrhunderts und unseres Italiens!

Giorgio La Pira, als er über Alberto in 1972 sprach, sagte: „Mir scheint es klar, diese Licht auf den Kerzenleuchter zu stellen, gibt eine Antwort heute an die strenge Notwendigkeit der Kirche, weil das Problem für die neue Generationen ist vor allem das Innenleben, die Vereinigung mit Gott, und das Leben voller Gnade“.

Ist das Urteil von La Pira immer noch gültig? Dieses kurze Leben, ganz und ohne Maß in den Dienst der Armen geworfen und gleichzeitig einzigartige Entscheidungen, immer reif aus dem Inneren heraus, was könnte er zu der neuen Generationen sagen?

La Pira sprach über starke Notwendigkeiten der Kirche vor 25 Jahren. Für uns ist es heute noch wichtiger das „Warum“ dieses Lebensunterrichtes zu verstehen. Heute, wo wir Christen, in Europa und in Italien nicht so entschlossen und gelöst sind.

Historische Ereignisse zu weit entfernt?

Die italienischen Ereignisse von heute sind, verglichen mit denen zu Lebzeiten von Alberto Marvelli, sehr verschieden.

Und außerdem müssen wir dem historischen Gedächtnis in sofern Rechnung tragen, das die neue Generation von schnellen Zerstörungen, verblüffende Phänomenen, und von Vergessenheit beeindruckt wird.

Ein Klima, gleich dem salesianischen Pfarrersamt, wo Alberto sehr aktiv war, ist auf keinen Fall vorstellbar für die heutige Masse der Jugendlichen.

Seine „katholische Aktion“ war damals Rauch in den Augen der Faschisten und gleichzeitig eine Gelegenheit für junge Leute in den dreißiger Jahren, wo man Freiheit atmen konnte, und die Besten wuchsen zu einem echten Beweis heran, wie sich eine solche Kampfesseele entwickeln konnte. Dass die schüchternen Jugendlichen die Erkennungsmarke der „Azione cattolica” entfernt haben, wurde auf keinen Fall von Alberto akzeptiert. „Dem Freund mache Vorwürfe und fördere ihn.“ Er erinnert den Freund an die christlichen Martyrien: „Und du solltest fürchten, weil ein Fanatiker dir einen Schlag gibt?“

Es waren sicher andere Zeiten. Auch die wunderschöne Fuci-Zeiten von Montini und Richetti sind unwiederholbar.

Auch die ersten politischen Kämpfe sind unwiederholbar in einer heute zerrissenen Partei der Christlichen Demokraten. Könnte man Alberto Marvelli als Muster für die zukünftigen Generationen vorschlagen, wenn alles unverändert bliebe? Das Urteil von La Pira hat den Verdienst alles Äußerliche des Menschen Marvelli zu überwinden, und ihn nach den göttlichen Wurzeln des Getauften direkt zu beurteilen: „Innenleben“, „Vereinigung mit Gott“, „Leben voller Gnade“. Das ist der richtige Weg. Der einzige der ermöglicht, die Originalität des Lichtes zu begreifen, das der Heilige Geist noch heute schenkt und sogar mit wachsender Intensität von diesem jungen „Hilfsarbeiter der Barmherzigkeit“, ohne dass die Verschiedenheit eines italienischen Geschichtsteils, der knapp hinter uns liegt, eine Rolle spielt, aber es scheint für viele alt oder fast unbekannt.

„Das ist im kurzen mein Lebensprogramm“

Aus seiner Jugendzeit entwächst Alberto rein und pur. Es ist der positive Einfluss der salesianischen Pädagogik bei diesem enthusiastischen Animateur der Freizeiteinrichtung der Pfarrei. Einige starke Ausdrücke seines Tagesbuches, z.B. der Satz zu der „schrecklichen Probe“, müssen nicht von dem seligen Zusammenhang getrennt werden: Sein innerer Kampf um den Trieb seiner Jugendzeit zu beherrschen, zu ordnen und zu leiten, scheint als vollkommen normal.

Außerordentlich ist die Festigkeit, mit der er für die Reinheit kämpft. Für ihn ist es kein abstraktes Ideal, und dass im Allgemeinen die Sünde nicht auf eine Moralschande oder auf einen Gesetzesverstoß reduziert werden kann.

Reinheit und Gewinn über das Schlechte sind immer für Alberto eine Sache zwischen ihm und Gott gewesen: sind pünktlich zurückzuführen auf die Gottesleidenschaft, auf das reine Mariaherz (der er sich mit 16 Jahren geweiht hat), auf die eucharistische Kommunion.

„Es kann kein Mittelweg existieren, man kann nicht Jesus mit dem Teufel einen, die Gnade und die Sünde haben. Ich will ganz mit Jesus sein, ganz zu ihm gehören.“ (Osternzeit 1937. So sprach er schon mit nur 17 Jahren, die Linie seines moralischen und jugendlichen Kampfes).

1935: Es ist die Zeit, in der Alberto nach der Abreise des älteren Bruders in die Militärakademie neben der Mutter den Familienvorsitz übernimmt. Er ist noch ein jung, er besucht die zweite Klasse des Gymnasiums, aber übernimmt seine neue Rolle mit dem Ernst und Ausgleich eines reifen Mannes.

Er nimmt sich gleich vor „besser, geduldiger, freundlicher“ zu sein.

Aber was beeindruckt ist, dass er in seinem jungen Alter alleine versteht und gleich einen generellen Grundsatz lebt: Bei veränderter Lebensverantwortung muss das innere Leben anpassen. Die Lehrer des Seligen Leben sprechen von „Lebensregel“.

Alberto grenzt es ab als „ein kleines Schema meines zukünftigen seligen Lebens“, jetzt dass er eine neue Rolle in der Familie übernommen hat.

Es handelt sich um ein kleines Schema, das aus sieben Punkte besteht und das anspruchsvoll ist: Vormittags und Abends täglich Meditation und Rosenkranz, Eucharistie und Selbstprüfung ….. und es fehlt nicht die letzte Klausel: „Bei jedem Fehler eine Leibstrafe“. Eine Strenge, die nicht üblich ist für einen Jungen, der heiter und gesellig, rein und sympathisch mit den Frauen ist. Er ist voller Gesundheit und stark im Leib. Er liebt jede Sportart insbesondere die langen Fahrradsausflüge, die seine große Leidenschaft sind.

Die Kontrolle über den Rhythmus seines Innenlebens, die Strenge mit sich selbst gegenüber den kleinen Schwächen, bleiben in seinem Leben eine Kostante. Er nimmt wieder das kleine Schema seines Innenlebens, als er 20 Jahre alt ist, er macht es noch anspruchsvoller, er vervollständigt es, (vor allem für die Eucharistie: „Jeden Vormittag, ohne Ausnahme“). „Das ist im kurzen das Programm meines Lebens, an das ich mich von heute an halten will“.

Da liegt der Hase im Pfeffer

Im August 1946, seinem Todesjahr, ist Alberto alarmiert: „Die intensive Aktivität“ für den Stadtwiederaufbau und für den politischen Kampf „hat meinem Innenleben geschadet“. „Ich will mein Leben dieser Jahre gründlich analysieren, ich will eine genaue und sorgfältige Gewissensprüfung vornehmen“.

Und über die letzten fünf Jahre, die Kriegsjahre, die Katastrophenzeit, und den unruhigen Wiederaufbaurhythmus, sagt Alberto unerbittlich: „Man braucht mehr Willen, mehr Ernst, mehr Stetigkeit, mehr Andacht, mehr Meditation. Hier liegt der Hase im Pfeffer, es ist vergeblich zu behaupten heilig zu sein, Apostel zu sein, aktiv zu scheinen, wenn es keine Meditation gibt….”

Die „Meditation“ von Alberto ist ein Schlüsselwort seiner Sprache, und es ist ein Lebenspunkt seines Innenlebens: Seine „Meditation“ bedeutet immer über alles tief nachzudenken, aber mit den Augen in Gott gepflanzt.

Fausto Lanfranchi, sein Biograph, spricht zu Recht über das kurze Tagebuch von Alberto von „einer betenden Meditation“.

„Hier liegt der Hase im Pfeffer…“. Fünfundvierzig Tagen vor dem Tod!

Eine Misserfolgserklärung? Ganz im Gegenteil. Je enger die Umarmung mit Gott desto anspruchvoller wird die Gottesliebe; und desto mehr das Geschöpf von dieser Umarmung durchdrungen wird, fühlt man sich arm, mangelhaft und das Bewusstsein wird immer sensibler. Tatsächlich war Alberto immer wachsam seinem Innenleben gegenüber.

Einige Monate vor diesem letzten „Alarm“ über „sein beschädigtes Innenleben“, ist er aus Rimini „weggelaufen“, wo er sich allein in einem Krankenhausschlafzimmer in Einsamkeit für einige Tage mit wenigen Büchern zurückzieht, um zu beten und zu „meditieren“. Er bittet den Krankenhauspfarrer ihm jeden Tag und „zu jeder Zeit“ die Kommunion zu bringen.

Er kommt leiblich und selig erholt zurück, um sich in die immer stärker erschütternden, religiösen und zivilen Verpflichtungen zu stürzen.

Die beiden, extremen bis hin zur Unbarmherzigkeit, Seiten seines Tagesbuches sind die Bestätigung, dass sich Alberto nur in der Umarmung mit Jesus, und nicht in dem rasenden Lebensrhythmus, verlieren und aufsaugen ließ. Er hatte im Alter von 18 Jahren geschrieben: „Unser Leben muss.(…). ein fortlaufender geistlicher Anstieg…sein. Dieser Verbesserungsprozess darf keinen Halt und keine Verlangsamung erkennen.

Vielsagende Unterstreichungen

Ist es möglich, durch seine „betende Meditation“ einzudringen in sein „Gesicht zu Gesicht mit Gott“?

Der erste Hoffnungsschimmer bieten uns seine Art zu unterstreichen, seine Anmerkungen zu bildendem Lesen. Es handelt sich nicht um eine Gedächtnistechnik. Alberto ist ein „fucino“, steht treu zur Empfehlung des nationalen Assistenten, Bischof Montini: „Man sollte sich anstrengen nachzudenken“.

Er liest viel (und nicht nur klassische Bücher der “Azione cattolica” und der “Fuci” seiner Jahre) und denkt auch darüber nach.

Vor allem strengt er sich an, die wichtigsten Übereinstimmungen mit der Physiognomie, die der heiligen Geist in ihm wachsen lässt, aufzunehmen.

Liest und liest immer wieder, z.B. das „Umanesimo integrale“ von Maritain, aber seine Aufzeichnungen behandeln immer das Thema Glauben, dass das Leben beeinflussen muss.

Außerdem gehen überraschender Hoffnungsschimmer von den Aufzeichnungen einer Abhandlung aus, die in Italien vor dem Krieg viel verbreitet war: Das vereinfachte Innenleben des französischen Karthäusermönchs Francois Pollien. Von hunderten dieser Paragraphen des alten Buchs aus dem 8. Jahrhundert, bevorzugt Alberto mit vielen Aufzeichnungen die zwei, die von der Entsagung handeln.

Lesen wir in Pollien: „Der Mann, der auf sich verzichtet, auf seine Laune, seine Sensibilität, seine Anfälle, wird notwendigerweise ein Mann von festem Charakter und von kräftigem Eifer (…). Welches starke Instrument ist ein Herz, dass bereit ist zu Barmherzigkeit in der Härte der Entsagung!“.

Der junge Marvelli, nachdenkend und diese Worte aufsaugend, hätte sich nicht vorstellen können, dass wir heute in seinen Aufzeichnungen einen ersten Schritt seiner „christliche Natur“ erkennen.

Getsemani

Entsagung ist keine bloße Gymnastik, „nein zu sich selbst sagen“ zu können. Durch diese Öffnung seines Innenlebens, öffnet sich das Herz von Alberto Marvelli, ein Herz voll von Leidenschaft für seinen Herrn Jesus. „Nein zu sich selbst zu sagen“ ist für ihn nur deshalb so wichtig, um ein komplettes „ja“ zu Jesus zu sagen. Besser noch ein „ja“ zum Willen des Vaters und Jesus. Das persönliche Gesicht zu Gesicht mit Gott ist für Alberto vor allem ein Gesicht zu Gesicht mit dem sterbenden Jesus in Getsemani oder mit dem von den Leiden der Passion und der Kreuzigung verzerrten Gesicht.

„Immer den Gedanken vor sich zu haben an Jesus am Kreuz“: Es ist einer seiner Vorsätze als Zwanzigjähriger.

Es beeindruckt, dass Alberto schon als Sechszehnjähriger über das Sterben von Jesus in seinem Tagebuch schreibt. Aber es ist noch treffender, was auf einigen Seiten drei Jahre später beschrieben wird: Zwei Mal und unerwartet wendet sich seine frohe Rede hin zu den Schmerzen von Jesus während der Passion. Das erste Mal, als er als Neunzehnjähriger seiner Liebe für die „neue Welt“ freien Lauf lässt, „die sich ihm öffnet, als er über das Sakrament Jesus nachdenkt“, ganz plötzlich fügte er noch hinzu: „Ich schaue ihn an, und Jesus spricht mit mir. Jesus zeigt mir seine Schmerzen (…) Ich schaue ihn an, und ich sehe Jesus gepeitscht, mit einer Dornenkrone gekrönt, gekreuzigt und geschlagen (…). Er ist von der Lanze durchbohrt (…). Er ist bespuckt. ”. Und bald darauf das zweite Mal. Es ist noch die Betrachtung vom Sakrament Jesus, das ihm Licht gibt: „Ich schaue, alles verschwindet, es bleibt Jesus, strahlendes Licht, das in die Seele kommt (…). Ich werde vom Licht gepackt, ich werde nach oben getragen. Dann Jesus, gegeißelt“.

Nach dem tödlichen Unfall wird in seiner Brieftasche das Bild der Heiligen Gemma Galgani, „Die arme Gemma“, wie die Mystikerin aus Lucca unterschrieb, die in den sterbenden und gekreuzigten Jesus verliebt war. Eine Heilige, die Alberto besonders mochte. Jetzt verstehen wir den Grund.

Fast am Ende seines Lebens, wurde Alberto Mitglied einer Laiengemeinschaft, die 1942 von Luigi Gedda, dem nationalen Präsident der „Azione cattolica“, gegründet wurde. Der erste Punkt der Satzung besagt: „Man muss ein Leben voll von Gnade in einer Geistlichkeit entwickeln, das sich um das Mysterium der Jesusagonie in der Getsemani dreht“.

In einem Buch, gepflegt von Gedda und mit dem Titel Getsemani, kann man lesen: „Die Meditation der Getsemani bereitet die Seele vor, um Schmerz ertragen zu können und verwandelt ihn in eine Quelle geistlicher Fröhlichkeit„. Als Alberto gestorben ist, lag das Buch auf seinem Nachttisch neben dem Evangelium. Er hatte diesen Satz nicht nur unterstrichen, sondern er hatte in einer Anmerkung geschrieben: „Ich lebe und spüre es seit langer Zeit“. „Seit langer Zeit…..“: Er ist Jesus schon seit der Jugendzeit begegnet und hatte ihn geliebt.

Ein ansteckendes Beten

Beeindruckend war seine große Andacht beim Beten. Er betete und veranlasste andere zum Beten. Zwischen den erschrockenen Leuten während der Bombenangriffe, begann er – nach einem festen „keine Angst“ – an, laut den Rosenkranz zu beten. Den täglichen Rosenkranz, dem er sehr treu war, betete er zur Hause kniend, auch wenn er vor Müdigkeit fast umfällt. Gab es keine andere Möglichkeit, so betete er ihn auf dem Fahrrad. Den untrennbaren Rosenkranz trug er in der Tasche, als er starb.

Seine Andacht an Maria war einfach, genügsam. Maria war für ihn wie ein Familienmitglied. „Meine Mutter, mein Vertrauen“, war sein Lieblingsstoßgebet .

Seine stille Art zu beten, ohne Schaustellung oder ohne störende Frömmigkeit, war ansteckend.

In der Kaserne, in Treviso, sein mitreißendes Apostolat verursacht eine echte Revolution unter den dreihundert Soldaten. Der Sergeant Marvelli hielt den Oberst zur Ordnung an…und der Oberst hörte auf über Gott zu lästern.

Der Pfarrer, der die Sonntagsgottesdienste in der Kaserne zelebriert, ist erstaunt über die Soldaten, die unüblicherweise in die Kirche kommen, die Beichte ablegen und die Kommunion empfangen. Sonntagnachmittags kommt Alberto mit hunderten von Soldaten in die Pfarrei. Das Beispiel von Sergeant Marvelli erscheint den Soldaten als ein normaler Teil seiner selbstlosen Haltung. Er war immer bereit, den anderen in allem zu helfen, sogar beim Tragen des schweren Maschinengewehrs, falls andere Leute dafür zu schwach waren.

„Er hatte das Charisma der Eucharistie“

Jemanden hat gesagt, dass Alberto Marvelli „das Charisma der Eucharistie“ hatte. Der Satz, ungewöhnlich und gleichzeitig zusammenfassend muss genauer erklärt werden. Sein Biograph, Fausto Lanfranchi, macht es: Die Liebe für die Eucharistie ragt in Alberto als ein besonderes Charisma hervor, in dem Sinne, dass er vom Heiligen Geist das kostenlosen Geschenk einer echten eucharistischen Leidenschaft bekam. Er ist in die Eucharistie verliebt: „Wenn ich die Kommunion empfange (…) ist es wie ein Feuer, das brennt, eine Flamme die brennt und ausbrennt, aber das macht mich so froh. Danach gebe ich mich auf in einer intimen Rede mit Jesus: Meine Menschlichkeit verschwindet dort neben ihm“. Diese und noch andere Ausdrücke von eucharistischer Liebe, vor allem die Wörter, die er nach dem Satz „ ich schaue ihn und Jesus spricht mit mir“ schrieb, sind keine sentimentalen Freuden, sondern seine konstante innere Haltung. Es kommt auch zum Ausdruck durch seine äußerliche Intensität seiner anhaltenden Andacht nach der Kommunion.

Und bis hierher ist es genau richtig, über „ein besonderes eucharistisches Charisma“ zu reden. Aber man muss sofort dazu sagen, dass Alberto dieses kostenlose Geschenk auch mit einer absoluten Treue annimmt, mit unmöglichen Zeitplänen, mit logistischen Kunstgriffen, oft akrobatisch und immer mit der maximalen Natürlichkeit.

Für ihn war es absolut normal

Inzwischen verursachte er im Kasernenleben eine echte Revolution, er ernährte sich alleine direkt an der Quelle. Er konnte die Kaserne nur um dreizehn Uhr am Ende des Dienstes verlassen.

Um diese Zeit legt er täglich seine vier Kilometer zurück (jeweils zwei hin und zurück), um die Pfarrei zu erreichen und die Kommunion zu empfangen. Er aß um fünfzehn Uhr, nach er seit Mitternacht nicht mehr gegessen hatte. Als Student fährt er mit dem Zug zwischen Rimini und Bologna, wo er die Universität besucht. Der Freund, Benigno Zaccagnini, entdeckt, dass Alberto in die Kirche geht, um die Kommunion um ein Uhr am Ende der Vorlesungen zu empfangen. Und es war die Zeit des „vollen eucharistischen Fastens“ auch für Wasser!, ab Mitternacht.

Auch für einen festen und seriösen Christen wie Zaccagnini war das zuviel und sagte ihm: „Ich könnte es nie tun.“ Alberto antwortete mit einem Lächeln. „Ein Lächeln, das Lächeln einer unschuldigen Kindes, das nur er hatte“.

Während der Bombenangriffe in Rimini, diente Alberto dem Pfarrer, der den Gottesdienst mit einer kleinen Gruppe zelebriert. Plötzlich heulen die Alarmsirenen, man kann schon den Lärm der Luftwaffe hören.

Der Pfarrer schlägt vor, die Messe zu unterbrechen, aber Alberto sagt: „ Machen wir weiter“.

Alberto wird mit der Mutter in die Umgebung von Rimini evakuiert, aber bleibt immer im Bewegung um anderen in der Not zu helfen und nimmt das Fahrrad nach jedem Bombenangriff und fährt in die gequälte Stadt: Er hilft den Verletzten, pflegt Sterbende, rettet Hausrat, bringt den Evakuierten in San Marino Nachrichten über das, was von ihren Häusern übrig geblieben ist. Am 27. November 1947 werden auch schwer das Salesianen-Institut und die Kirche seiner Pfarrei Maria Ausiliatrice getroffen.

Alberto bringt zuerst die Schwestern in Sicherheit und kriecht danach nochmals hinein, um den Tabernakel mit dem Allerheiligsten zu retten.

Für ihn handelt es sich um keine Heldentat oder ein außerordentliches Opfer. Zaccagnini hat recht: Es gab in jener eucharistischen Treue die „Reinheit eines Kindes“. Stundenlanges Fasten, fest neben dem Altar während des Sirenenalarms, bereit, kriechend den Tabernakel zu retten…: Alles war für ihn ganz normal im Sinne der Liebe für die Eucharistie.

Ohne die Eucharistie ist Alberto Marvelli unvorstellbar

Nur wenige Monate vor seinem Tod widmete er sich einer Barmherzigkeitsinitiative, wo die Gestalt Alberto Marvellis vollendet erscheint, wo seine Berufung sehr deutlich wird: „Der Gottesdienst für die Armen, von ihm gefördert mit der Hilfe von „seiner“ Bewegung der Diplomierte und von ACLI. Das Elend wächst weiter in der Nachkriegszeit, und oft ist es ein demütigendes Elend, das man mit Respekt und mit Feingefühl behandeln muß.

„Die Messe der Armen“ besteht auch aus der Verteilung von Essensgutscheinen und zahlreichen anderen Hilfsaktionen.

Marvelli setzt sich mit vollem Schwung, seiner logistischen Effizienz und vor allem mit seinem leidenschaftlichen Feingefühl für die armen Leute ein.

„Ihr seid die echten Spender“, sagte er 1946 zu hunderten von Armen während des Osternmahls. Aber es gibt insbesondere einen Moment während dieser Veranstaltung, in dem Alberto auf seinem richtigen Platz erscheint: Es ist, wenn er die Messe für die Arme auf der Brüstung oder unter den Leuten leitet. Alle sind beeindruckt: „Es gelang ihm, dass die Armen beteten“. Im Opfer seines Herrn und in der Menge der Armen: Eine einzige Eucharistie, eine einzige Kommunion, ein einziger Leib.

Er ist gekommen, um zu dienen. Zusammenfassend stimmen die wichtigen Trendlinien seines jungen, fast zu Ende gehenden Lebens damit überein. Hier erscheint sein genauer Platz in der Kirchengemeinde, ausgeprägt in vollem Licht.

Mutter Teresa aus Kalkutta „pflanzte“ morgens die Monstranz vor ihre Schwestern (oder machte es mit ihren Händen selbst solange sie konnte), damit sich deren Verehrung des Leibs Christi durch Hilfsgesten gegenüber Verstoßenen verlängern sollte.

Die Frömmigkeit von Mutter Teresa und ihre Werke verfolgte keinen anderen Zweck.

Sie sagte und bestätigte es immer. Und so ist es auch in unserem Fall. Alberto Marvelli schreibt: „mein ganzes Sein ist voll von Christusliebe. Die echte Lebensanschauung stammt aus dieser Wirklichkeit: „Jesus ist bei mir“.

Es ist unmöglich, seine echte Lebensanschauung ohne seine eucharistische Kommunion mit Jesus zu verstehen. Alberto Marvelli ist undenkbar ohne die Eucharistie.

„Man muss in Gottesgnade arbeiten“

Wir haben uns vom guten Vorzeichen von Giorgio La Pira bewegen lassen. Jetzt muss man unsere Fragestellung vom Anfang wieder aufgreifen. Kann Alberto Marvelli ein besonderer Anhaltspunkt für die neuen Generationen von Christen sein?

Ein Zeugnis, dass die Kirche „einen auf den Kerzenhalter hebt“ wegen seiner heldenhaften Tugenden ist nie ein Modell, was kopierbar ist. Der heilige Geist wiederholt sich nicht. Die Kirche bietet uns zur Betrachtung großen Lebensunterricht an, aber man muss jedes Mal die Projektlinien für immer neue heilige Werke zu greifen. Auch im Unterricht von Alberto entdecken wir viele musterhafte Aspekte für neue Projekte. Hier wählen wir nur einen davon, der mehr zu ihm gehört, der mehr in der Weise seiner Festigkeit des Innenlebens erscheint. Und es ist vielleicht auch der brennende Aspekt für die Jahre, in denen wir leben.

Im Juni 1946 schreibt er auf einem Blatt mit Bleistift während des Wahlkampfs diese Protestwörter: „Wir haben gar nichts für die Wahl gemacht, wir müssen gründlicher arbeiten. An einigen Stellen arbeitet man viel, aber man schafft nichts. Man muss in Gottesgnade arbeiten.“ Er hatte bei einer anderen Gelegenheit gesagt: „Es ist patriotisch beten, da die Führer in Gottesgnade seien.“

„Im Gottesgnade“: Alberto wusste, was er sagte. In den Jahren des Oratoriums war er ein wirkungsvoller Religionslehrer für Kinder. „Arbeiten in Gottesgnade“ war für ihn, was der Katechismus sagt und auch heute bestätigt: Man muss leben und wirken als bewusst Getaufter, in den Gott sein göttliches Leben einfließen ließ und noch einfließen lässt, und „er sie befähigt, mit Gott zu leben und im Gottesnamen zu wirken.

„Man muss in Gottesgnade arbeiten“. Alberto Marvelli hatte diese Wörter gut abgewogen.

Er hatte im Sitz der „katholischen Aktion“ gesagt, dass für ihn die politische Arbeit ein Apostelsamt war. Es war für ihn undenkbar, die politische Verpflichtung von seinem persönlichen Leben in Gottesgnade zu trennen. Oder war auch unvorstellbar, beides Seite an Seite zu stellen.

Vielleicht ist es hier in seiner Schlussfolgerung, bewiesen ohne Schwäche aus seinem Leben, der brennende Anhaltspunkt für uns Christen. Man spricht viel über die Umarmung von „christlichen Werten“. Auch ein Ungläubiger kann es tun, und es ist erwünscht das es so sei. Für Alberto Marvelli gehörte es zusammen, die christlichen Werte zu umarmen und dafür zu kämpfen, durch sein vollkommen in Gottesgnade stehendes Leben. Es war Eucharistie und persönliches Beten.

Damit „die Kirche zu den neuen Generationen sagen kann: Jetzt zeige ich euch, was das echte christliche Leben in der Welt ist“, wie La Pira über Alberto Marvelli schrieb. Man muss hier beginnen, aus seinem praktischen, sehr hartnäckigen „Arbeiten in Gottesgnade“: In der Politik, in der Gesellschaft, in der Bescheidenheit des täglichen Lebens. Wenn man nicht riskieren will, mahnte er, dass man zuviel arbeitet, aber nichts schafft, sollten sich die echten, neuen Generationen von Gläubigen wie Alberto vermehren. Dann entspringt die Leidenschaft für die christlichen Werte von deren innerer Leidenschaft für Jesus.

Bibliographie

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